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Die Deutschen kaufen trotz Sparpaket Diskussion
In Deutschland sollte sich laut Meinung der Experten schon lange eine Änderung in der Wirtschaft abzeichnen. Seit über das Sparpaket gesprochen wird, geht man eigentlich davon aus, dass die Sparmaßnahmen auch in der Bevölkerung vermehrt zu beobachten sein müssten – immerhin ist der Deutsche ja dafür bekannt, für schlechte Zeiten vorzusorgen. Die Zahlen beweisen andere Fakten: Die Bürger hören und lesen über das Sparpaket, kaufen aber dennoch ein.
Da mischen sich wohl einige Fakten zusammen. Zum einen verbreitet sich eine Meinung, die nicht unbedingt positiv zu sehen ist. „Ich kann ja ruhig kaufen, denn bald werde ich mir ohnehin nichts mehr leisten können.“ Diese gewisse Resignation ist angesichts des 80 Milliarden Sparpakets sicher zu verstehen.
In manchen Familien ist einfach im Moment auch die Notwendigkeit vorhanden, sich mit gewissen Sachen neu einzudecken. Das sind jene, die die Wirtschaftskrise gut und ohne Kurzarbeit oder Jobverlust überstanden haben, jene, die fleißig sparen, weil sie sich etwas kaufen wollten und mussten und dies eben jetzt tun können. Diese Menschen geben auch Geld für Urlaub, neue Autos und andere Dinge aus, die man sich ansonsten in eher schlechten Zeiten nicht kaufen würde.
Die letzte Gruppe, die die Konjunktur nicht einbrechen lässt, sind die Menschen, die nach einer Arbeitslosigkeit und schlechten Zeiten nun angesichts wachsender Wirtschaft wieder einen Job gefunden haben und sich die Dinge leisten, auf die sich lange verzichtet haben. Einmal wieder neue Kleidung, Kosmetik, das Fahrrad für die Kinder und vieles mehr kann von einem Gehalt wieder gekauft werden, vom Arbeitslosengeld war das nicht möglich. So gleicht sich das mit denen, die wirklich schon anfangen, zu sparen, wieder aus und die Zahlen sind nicht so schlecht, wie prognostiziert.
Schuldenkrise beeinträchtigt die europäische Wirtschaft
Die Wirtschaftskrise hat nicht nur Europa, sondern die ganze Welt in Atem gehalten. Nun waren erste deutliche Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich die Wirtschaft wieder erholt. Die Baubranche konnte nach dem Winter, der viel zu lange gedauert hat, endlich Gas geben. Von Traditionsunternehmen, wie BMW hörte man Fakten: Volle Auftragsbücher, die dem Unternehmen wieder Rückenwind in dem Bestreben, volle Fahrt aufzunehmen, verliehen. Das bedeutete auch für Zulieferer, Stahlproduktion, Speditionen und andere Bereiche ein deutliches Plus im Umsatz. Die Prognosen wurden immer besser, die Anleger an den Börsen freuten sich.
Das erste zarte Pflänzchen Zuversicht, das da am keimen war, wurde fleißig genährt und gegossen. Doch dann der erste Hagelschauer: Die Nachrichten aus Griechenland donnerte über das Land. Schulden bis zum Abwinken, teure Staatsanleihen, die Kredite vom IWF und aus den Eurostaaten. Dennoch immer wieder laute Stimmen, die auch bei Milliardenkrediten keinen Ausweg sehen, wie das Land gerettet werden kann. Auflösung der Währungsunion? Das stand schon zur Debatte, bevor bekannt wurde, dass auch Irland, Spanien, Portugal und Island nicht viel besser dastehen. Sind das die nächsten Kandidaten für europäische Hilfsmaßnahmen? Woher soll man das ganze Geld noch nehmen?
Dass die Wirtschaft auf solche Botschaften empfindlich reagiert, kann man sich vorstellen. Schnell ist die vorübergehende gute Stimmung wieder skeptisch und abwartend. Immer wieder betont die Politik, die Hilfe muss sein. Auf der anderen Seite erklingen dann Stimmen, die plötzlich in Deutschland 25 Prozent Mehrwertsteuer fordern, statt der Senkungen, die längst beschlossene Sache sein sollten. Wohin wird diese Sturmflut Europa treiben? So ganz genau kann man das wohl im Moment nicht sagen.
Software Magnat SAP kauft Sybase auf
Große Konzerne haben das Bestreben, immer weiter zu expandieren. Sie kaufen andere Unternehmen auf, zum einen um sich zu vergrößern, zum anderen aber auch, um Konkurrenten aus dem Weg zu schaffen. Ähnliche Hintergründe dürfte es auch beim aktuellen Übernahmegeschäft von SAP gegeben haben. Für den stolzen Betrag von 5,8 Milliarden Dollar wechselt die Firma Sybase den Besitzer. Das kalifornische Unternehmen hat sich auf Datenbanken spezialisiert. Dadurch, dass diese Transaktion erfolgte, kann sich SAP nun besser gegen den Kontrahenten Oracle widersetzen.
Oracle ist bisher mit einem Anteil von 40 Prozent unangefochtener Marktführer, was die Software für Datenbanken betrifft. Auch SAP ist im Bereich Software tätig, produziert allerdings Programme für die geschäftlichen Vorgänge in einem Unternehmen. Während die nun erfolgte Übernahme für SAP nach dem Kapitel Business Objects im Jahr 2008 erst der zweit größere Vorstoß in dieser Richtung ist, kämpft Oracle schon seit sechs Jahren mit Übernahmen im Wert von etwa 40 Milliarden Dollar gegen den Magnaten SAP aus Deutschland. Dass SAP nun auch im Bereich Datenbanken tätig ist, macht den Wettbewerb sehr interessant. Sybase selbst war verschwindend klein gegenüber dem Konkurrenten Oracle. Dennoch schafft die Übernahme für SAP nun ganz andere Möglichkeiten. Die neue Geschäftsleitung von SAP, Bill McDermott und Jim Hagemann betonten, dass die Übernahme ein taktischer Spielzug sei, der zwingend erforderlich war.
Die wachsende Angriffsfläche, die man dem Konkurrenten Oracle nach immer weiteren Eingriffen in Richtung des eigenen Konzerns bot, ist nun geschmälert. Für die Kunden von SAP hat die Übernahme einen entscheidenden Vorteil: Aus dem Wissen um die Datenbanken von Sybase und den Softwarelösungen von SAP selbst entstehen neue, zukunftsweisende Produkte, vor allem im Hinblick auf mobile Geräte.